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Köterpöter
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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,... wieso belebend? den Übergang vom Winterschlaf zur Frühjahrsmüdigkeit muss man völlig unhektisch genießen:
Mit Wonne in die Sonne hält den Pöter der kleine Köter.
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Aber Achtung! Früh genug aus der Sonne gehen, sonst kann es zu Hallus kommen.
Doch bis die erste Osterhasenhallu erscheint gilt: Zufrieden jauchzt das Teckelein: Hier bin ich Hund, hier darf ichs sein!
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zurück
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Ja nee, is klar. Krümel kommt auch in die Suppe, in die Wurst oder aufs Brötchen. Passiert aber nie was. Menno, heute hab ich aber auch echt voll den Sch... gebaut.
Es ging früh los, dat Krümelken sollte seine erste 40h-Fährte suchen. Alles bestens, sogar das Wetter war ideal. Und was macht Monsieur Kackbratze? Schraddelt durch den Wald wie bekloppt, als wenn er nasenkrank ist. Ich hab mich ja immer wieder zur Fährte rufen lassen, aber so geht das nicht, hat mein Mensch gesagt. War aber auch nicht leicht für so einen kleinen Teckel. Fast alle zehn Meter hatte das Böckchen geplätzt, das Damwild umkreiste uns in angemessener Entfernung und zur Krönung kam auch noch ein Trecker vorbei. Da hat son lütten Teckel alles Mögliche zu
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tun, aber nicht irgendwelche alten Schweißtroppen suchen. Schließlich bin ich doch noch angekommen. Na gut, mein Mensch hat ein bisken rumgemault, weil ich das ja eigentlich viel besser kann, aber das mit dem Verkaufen war nur Spaß. Der kann doch gaaa nich ohne mich!
So, denn muss ich wohl noch einmal mehr ran. Mein Mensch sagt, wir vergessen das jetzt und ab morgen ist Waldlufttraining angesagt. Au Backe, das wird hart. Ist doch weil wegen ich nicht so oft im Wald bin und darum bin ich dann auch gerne mal etwas hibbelig, wenn es so ungewohnt von überall nach Sau, Reh und Hirsch duftet. Also gibt es Dufttraining spezial: Morgens raus aus den Federn, rein ins Auto und ab zum Wald. Eindrücke sammeln, bis mir der Duft aus den Ohren wieder raus kommt und mich kalt läßt. Tja, der Feldteckel an sich hat’s nicht leicht. Und getankt wird von meinem Taschengeld hat, hat mein Mensch gesagt. Nächstes Mal mach ich meinen Job besser, dann darf ich auch wieder ausschlafen.
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Ich sehe was, was du nicht siehst...
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... und ich denke mächtig dolle nach, was ich wohl am besten damit mache.
Aber später mehr...
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211 Meter
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So, dat Krümelken kommt ja aus den Bergen, so mittelhohe. Und man glaubt es kaum, auch hier oben im Norden gibt es ganz schöne Hügel. Dat Krümelken wohnt zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge, und da ist die Welt ganz schön wellig.
Ich muss ja jetzt raus aus dem Feld und rein in den Wald, wegen der lecker Düfte und so. Da sind wir heute in die Egge - die liegt gleich hinter / am Wiehengebirge - gefahren, das ist da, wo ich meine Schweißprüfung gemacht habe.
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Gestartet sind wir auf ungefähr 190m, auf dem Wittekindweg. Wittekind kennt man ja, war der Chef vonne Sachsen hier und hatte mächtig Krach mit dem großen Karl. Und der Wittekind ist hier ja angeblich immer auf und ab gedüst mit seinem weißen Schimmel, hat Quellen aufgekratzt, dem klüngeligen Klappmeier zu seinem Namen verholfen und dann noch die Sache mit der Kirche mit ohne Turm in Enger, der Turm wurde dann erst später daneben gestellt, wegen der Beerdigung und so. Tja und dann ... entweder war Wittekind ein Luit oder er liegt nicht in Enger begraben. Jedenfalls hat er einen eigenen Weg übers Wiehengebirge, ist ja auch was.
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Rechts an der Ecke steht eine Kanzel, weiter unten, links von der Kanzel, ein Wildacker, Klasse Schussfeld ...
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Für das Krümelken war aber nix mit Schussfeld, sondern es hieß teckeln, was das Zeug hält. Also immer sachte aufwärts. Lothar und Kyrill haben hier und da für Aussicht gesorgt.
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Es geht immer wieder rechts und links in den Wald. Menno, da riecht es ganz toll, aber ich soll mich dafür ja nicht interessieren.
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Wenigsten die Blümchen durfte ich beschnüppern. Ich werd noch zum Botaniker, wenn das so weiter geht.
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Und dann sind wir tatsächlich auf 211m angekommen. Hier hat die Egge leider eine unangenehme Eigenschaft: In fast jede Richtung geht es bergab, aber sowas von bergab!
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Für die richtig große Runde war es heute zu warm. Meine rote Krawatte hing schon raus, und da sind wir dann einen nicht so anstrengenden Weg zurück gegangen.
Bis auf den Zilpzalp, den Buchfinken und den Specht war nichts zu hören. Erst fast am Schluss kam uns ein mittelschwerer Familienausflug entgegen, Vatta, Mutta, zwei Kinder und der obligatorische Hund. Man sah sie nicht, aber man hörte sie. Naja vielleicht waren sie ja auch alle schwerhörig und mussten darum so durch die Gegend brüllen. Und der Hund hat auch mitgemacht. Lange Daddelleine und mit Jiffbell von links nach rechts. Der hat es gut, der darf machen, was er will. Und unsereins? Muss sich artig hinsetzen und warten, dass die wilde Jagd vorüber zieht. Voll Panne, die könnten auch auf dem Parkplatz schreiend ins Runde laufen, und den Wald in Ruhe lassen.
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Ganz zum Schluss sind wir noch auf ein nettes Paar gestoßen. Die wollten bisken wat Dackelkuscheln. Und dann haben die noch alles Mögliche wissen wollen, ob hier auch Tiere sind, was Damwild ist und so. Ja ist richtig, das Reh ist nicht das Kind vom Hirsch. Man meint, das ist ein Witz, nee is nich: Rotwild, Damwild, Sikawild und Rehwild, für manche alles “Hirsch mit Kind”. Jedenfalls war die Welt wieder in Ordnung, es gibt noch Menschen, die ohne Randale und mit offenen Augen durch den Wald gehen.
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Zurück am Auto, gab es lecker Wässerchen. Und dann ging es wieder runter vonne Egge, durch das Wiehengebirge und in die heimatliche Hütte. Der Dackel an sich hat ja nach so einem Gang mächtig Hunger.
Das nächste Mal muss mein Mensch ein Wässerchen mitnehmen. dann können wir die große Runde gehen.
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Ich dachte ja, “danach” könnten wir noch etwas Pfötchen halten und so, aber mein Schätzelken knötterte zwar nicht mehr mit mir rum, doch sie zog es vor, mir mit Missachtung ein schlechtes Gewissen zu machen.
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Menno, und ich habe mir solche Mühe gegeben!
Wenn unsere Babys da sind, dann denkt sie ja vielleicht doch noch mal an mich *seufzganzdoll*.
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Na, geht doch!
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So, dat Krümelken ist rehabilitiert und kommt nicht mehr in die Suppe. Er hat sich mächtig ins Zeug gelegt und gezeigt, dass seine Nase noch in Ordnung ist. Bis auf eine Verleitung (wirklich ‘ne richtige Sau-Autobahn) hat er die 40er-Fährte prima gemeistert; und ganz viel Hilfe brauchte er bei den Sauen auch nicht. Jetzt ist mein Mensch wieder beruhigt. Die Menschen nehmen ja alles so ernst. Kann man doch mal machen, im Frühling heiter durch den Wald schraddeln, aber nöööö, schön ernst suchen. Tja, so sind se, die Menschen.
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