Nathan vom Krummholz
Kruemel@bertls-dackelseite.de

Acht ums Vordereck

Am Wochenende war dat Krümelken mit Reiner auf Tour: Reiner Wahnsinn!
Wie hieß es so schön in der Einladung? “Zu Gast bei Teckelfreunden”, und immer wenn dat Krümelken nach Melle geht, passieren tolle Sachen. (Vielleicht liegt das daran, dass der erste Familiendackel, Dachs von der Hubertusklause, in den 70ern Mitglied in Melle war.)
Was ist dieses Mal passiert? Eine Spezialzuchtschau, eine Landessiegerzuchtschau, der Champion of Champions Wettbewerb und eine Körschau.

Die Menschen haben sich an den drei Ringen eingerichtet und der Kaffee war auch schon fertig. Für alle, die schon früh aufstehen müssen, ist das nämlich ganz schön wichtig. Die brauchen erst einmal bisken Treibstoff, damit sie im Ring auch richtig rund laufen und nicht über die Teckelchen stolpern.

Dann wurde es ernst. Zum Anfang das “Große Trörö” von den Jagdhornbläsern. Mein Mensch sagt immer, das heißt nicht Trörö, das heißt Begrüßung.

Der Dackel an sich kann darauf ja unterschiedlich reagieren. Ich kann da ja ganz gut ab, aber einige von meinen Kumpels singen auch gerne mal mit.

Dann hat noch einer allen Guhn Tach gesagt, und es ging wieder los: Rein in den Ring, laufen, wiegen, messen, begrabbeln. Von den Grabblern kannte ich dieses Mal keinen. Zwei kamen sogar von ganz weit weg.

Und weil dat Krümelken wegen seinem ordentlichen Haarschnitt schon ziemlich früh fertig war, konnte es auch mal im Flusenland etwas herumschnüffeln. Menno, da wurde wieder aufgehübscht: Bisken watt striegeln und wuscheln, hier noch kämm und da noch zupf und dann still sitzen, bis es losgeht. Da haben wir es ja besser, bisken abstauben und schon ist alles klar. Aber Vorsicht mit der Flusenlästerei: Dat Krümelken hat auch kurzhaarige Kumpels gesehen, denen noch schnell Glanz von außen aufs Jäckchen gerieben wurde.

Von den Flusen waren ziemlich viele da, und darum sind zum Schluss noch einige zu unserem Grabbelmann gekommen.

Die Menschen konnten nahtlos vom Frühstück zum Mittagessen übergehen. Sehr beliebt war die Schimanski-Platte (Curry, Pommes weiß). Man konnte aber auch Pommes-Schranke mit einem Steak kriegen, oder Bratwurst an Salat von jungen unschuldigen Kartoffeln, war alles da.Sogar Erdbeeren gab es. (Klaro ist doch ein “Erdbeerhof”)

Nach dem Essen ist dat Krümelken dann losmarschiert. Bisken watt Pfoten vertreten und das Gewicht nach dem Freßchen wieder um 200g senken.

Draußen am Teich war es schön ruhig, und man konnte mal etwas verschnaufen. Bläßhühner und Enten ankucken, rumschnuppern und so.

Bevor es wieder losging schnell noch ein Schwätzken mit Bekannten halten. Die OHOs waren da und Annabelle auch. Komisch, die hat mich gar nicht mehr so angemotzt wie sonst.
Zelia war auch mit ihrem Herrchen gekommen, dem Krümelken ein bisken Beistand leisten, Mut machen und Pfötchen drücken.

Denn es ging nachmittags schon wieder mit der nächsten Teckelshow weiter.

Ruckzuck, drei Stühle, drei Richter, ein Stapel Zettel, jemand, der weiß, wie es geht und immer sagt, wer als nächstes mit wem schick durch den Ring düsen muss.
Champion of Champions heißt das Spiel. Ich durfte bei den Teenies mitspielen. Mein Mensch hat gesagt, dass wir für den olympischen Gedanken laufen: Dabei sein ist alles. Es endete aber mit: Einer kam durch.

Gaaanz am Schluss wurde dann noch der Tschämp vonne Tschämps vonne Tschämp bestimmt. Und dann war Feierabend, endlich.
Mein Mensch war happy, ich wollte nur nach Hause und mein Happihappi haben und dann gaaanz lange schlafen.

Zu Hause zauberte mein Mensch vier Pötte aus dem Rucksack:

V1
CAC
bester Kurzhaar
Champion of Champions - J

Ich habe gedacht, das reicht denn ja wohl, jetzt hab ich endlich meine Ruhe. Irrtum! Bevor es ins Bett ging, wurde schon wieder gepackt.

Tja, was soll ich sagen?! Tröröööö! Die Landessiegerzuchtschau ist eröffnet. Viele andere Teckel mussten genauso wie ich daran glauben und auch zum zweiten Mal in die Halle einrücken.

Heute hatte Zelias Herrchen Smilla mitgebracht, Ich kuck da ja immer noch nicht ganz echt vor. Sie ist schon ein ganz schön großer Riesenteckel, vielleicht ist das aber auch gar kein Teckel - wer weiß?
Mann gut, dass die beiden zum Pfötchendrücken da waren. Der Mensch von meinem Pa ist auch gekommen, für zum Krümel kucken. Mein Pa konnte leider nicht mitkommen, weil der im Hundekrankenhaus liegt, den hat nämlich ein Dertutnix ganz übel gebissen. Aber sein Kumpel, der Beppo, hat ihn ganz gut vertreten.

Heute waren auch wieder zwei von meinen Mädels da, Thea und Alisha. Aber ich habe denen ganz klar gesagt: Mädels, im Moment liegt nichts drin, ich werde Vater und muss erst einmal ein Weilchen treu sein, schließlich habe ich gerade die Kathi geheiratet.

Na gut, kleines Küsken am Rande:

Meine kleine Freundin Alisha war auch da. Ich hatte sie ja lange nicht gesehen. Menno, die ist noch hübscher geworden.

Weil der Kurzhaar an sich schon wieder fertig war, habe ich sie am Ring bewundern können und ihr ganz dolle die Pfötchen gedrückt.

Dann wurde es ziemlich leer inder Halle und nur die letzten Mohikaner blieben zur Körung da. Ich dachte einen Moment, mich holen sie ab: Da grabbeln zwei gleichzeitig am Teckel rum, einer zählt vorne die Zähne, der andere zuppelt dir hinten am Schwänzken rum ... Es reichte so langsam mit der Fummelei. Noch ein paar Runden laufen und dann zum vierten Mal auf die Ahnentafel warten.
Endlich war es geschafft, ab in die Box und in die heimatliche Hütte. Zum Glück war die Fahrt nicht wieder so elend lang wie sonst. Zwanzig Minütchen sitzt der Teckel an sich auf einer Backe ab.

© adin 2006

Mehr kann man von einem kleinen Teckel an einem Wochenende wirklich nicht erwarten:

Spezialzuchtschau:
V1
CAC
bester Kurzhaar

Champion of Champions - J

Landessiegerzuchtschau:
V1
CAC
Landessieger
bester Kurzhaar

KöV

Jetzt will ich richtig ausschlafen und mich dann endlich wieder mal im Wald ordentlich mit meinem Näschen amüsieren.

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