Nathan vom Krummholz
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© adin 2006

Kampfkuscheln

Mein Mensch hat heute meine Kids besucht. Bo ey, die werden immer größer. Da ist schon richtig was los, wenn die Teckelfete machen.

Da wird die Hütte schnell mal auf Links gezogen, wenn das Zuppeln und Zwacken richtig losgeht.

Aber der Welpe an sich neigt dann ja auch schnell wieder zur Müdigkeit, und nach dem Gerangel ist dann wieder Kampfkuscheln angesagt.

Krümel geht fremd...

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...über die Grenze ins Nachbarland. Das Tolle an Zwolle? Unterwegs nur normale Brücken, keine Tunnel und einfach zu erreichen: A 30 und dann zwei Stunden geradeaus. Immer in den Vollmond rein.
Ijsselshow heißt das, sagt mein Mensch, und dass ich mich benehmen soll, weil wir nicht zu Hause sind, sondern in den Niederlanden zu Gast. Also habe ich mir richtig toll Mühe gegeben und einen auf gaaanz netten Teckel gemacht.
Ging ganz schnell rein in die Halle, nix mit Kontrollen und so, rein, Katalog abgreifen und dann standen da jede Menge Leute rum, die die Hunde- und Menschenmassen in die richtige Richtung dirigierten.

Als alle drin waren wurden Hunde und Menschen begrüßt, dauerte bisken watt, weil die Ansagen in mehren Sprachen gemacht wurden, und dann gab es noch voll was Musik auf die Lauscher: Jeder Richter wurde mit seiner Nationalhymne begrüßt. Bei Teckels ist ja meistens das Hörnchen angesagt, aber hier ging richtig Sound ab. (Und was sagt der Niederländer an sich dazu? “Ihr habt die schönste Hymne” - Tja, der alte Herr Haydn...)

Am Ring war erstaunlich viel Platz für alle, da konnte man auch mal ne richtige Runde drehen. Dann war Warten angesagt, denn erst wurde die Zwergenparade abgenommen. Als dat Krümelken dann dran war, kam ihm das alles bisken watt komisch vor: Keine Waage, kein Maßband, ordentlich auf dem Tisch stehen und anschließend abgrabbeln lassen. Dann ein paar Runden laufen und stehen bleiben und stehen bleiben und stehen bleiben ... minutenlang.
Die meisten fielen dann vor ihrem Teckel auf die Knie und zuppelten ihn im Stand zurecht. Mein Mensch hat gesagt, nix da. Er geht jederzeit vor mir auf die Knie, aber nicht in der Öffentlichkeit. Macht aber nix. Ich kann das Gekonntrumstehen auch alleine.

Jo, lief gut für dat Krümelken. Und Bekannte getroffen hat er auch, neue kennengelernt und ganz nebenbei auch mal wieder ‘ne Frau für’s Leben angedacht.
Nur die Beurteilung ... niederländisch lesen geht ja ganz gut, wenn man es denn lesen kann. (Aber mit etwas Mühe hat auch das geklappt.)

Heute so, morgen so...

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So kennt man dat Krümelken, eigentlich ein ganz hübschet Kerlchen.
Aber das Schicksal kann sooo grausam sein: Plötzlich über Nacht kommt der gräßliche Beinschrumpfer und der Vorbrustwegknabberer, und schon muss der kleine Teckel sich watt unter die Hufe schieben, um nicht nach vorne weg zu kippen.

Zum Glück dauern diese Phasen der seltsamen Wandlungen nie sehr lange an. Schon nach zwei Tagen war wieder alles beim Alten und dat Krümelken konnte auf der BSA die letzte int. Anwartschaft für den VDH-Champ schießen.
Es muss erst Februar werden, um den Champ abzuschließen. Und darum geht es jetzt in die verdiente Kreislauf-Pause.

Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage.

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Herbst...

... ist, wenn Rübe raus. Sagt mein Mensch.
Dann isset so weit: Irgendwie erstmal alles vorbei.

Stehse da so inner Taiga, schnüppelst bisken watt rum, läßt dir den Wind um die Daggelohren wehen und was macht dein Mensch? Der traklt voll los:

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen. ...

Georg Trakl; Der Herbst des Einsamen

Menno, der Trakl Schorsch, das war doch wohl ne ganz andere Baustelle! Mal ganz dezent die aufsteigende Novemberdepri abbremsen. Als treusorgender Daggel mache ich jetzt mal einen anderen Vorschlag:

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln.
Ich liebe dieses milde Sterben

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen.
Die Blätter fallen stets, die müden.

 

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir, als hör’ ich Kunde wehen,
Daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

N. Lenau; Herbst

Na gut, man kann das auch kürzer sagen: Schön regelmäßig givet eine verplättet, allet geht über ‘n Jordan, und dann geit dat wieder von vorne los.
Klingt aber nicht so gut, oder?

Und dann geht es wieder zurück. Nicht immer sieht man das Ende der Straße, aber die nächste Kurve kommt bestimmt.
Und - wer weiß - vielleicht liegen dahinter schon wieder:

Rüben!

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